Aufzeichnung des DIGITALKS zu Corporate Digital Responsibility (CDR)

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Am Mittwoch, den 6. April 2022, fiel der Startschuss für unseren ersten DIGITALK 2022; das Thema: „Digital Responsibility goes Legal – eine neue Dimension von ESG“.

Die Aufzeichnung des gesamten DIGITALKS finden Sie über die entsprechende Schaltfläche am Ende dieses Artikels. Hören Sie gleich rein. Einen Abriss über die Inhalte des DIGITALKS will der folgende Artikel geben:

ESG steht für Environment, Social und Governance und bündelt sämtliche Beiträge eines Unternehmens zu Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführung über die reine Gewinnmaximierung hinaus.

Warum ist nun CDR eine neue Dimension davon und warum spielt sie im juristischen Umfeld eine zunehmend große Rolle?

Dazu referierten im DIGITALK Jolanda Rose, associate mit digitalem Schwerpunkt bei KPMG Law und Dr. Bernhard Wattl, Legal Operations Manager bei BMW, von Hause aus Informatiker. Beide wirken im CDR Projekt „CDR for the Legal Sector“ des Liquid Legal Institutes mit und sind maßgebliche Treiber des Themas und Projekts.

 

CDR bringt die Dimension digitaler Ethik ins Unternehmerische. 

CDR ist in Magazinen oder online ein Top-Thema. Und doch wird es in Unternehmen selbst oft stiefmütterlich behandelt. Die Digitalisierung wird bleiben und damit die Frage, wie wollen wir als Unternehmen zukunftsbewusst handeln? Zentraler Punkt der Digitalisierung ist der verantwortungsvolle Umgang mit Daten. Daten sind bekanntermaßen das Öl des 21. Jahrhunderts, aber auch Asbest. Unternehmen haben und sammeln Daten, die sie vielleicht so gar nicht wollen, und wissen um Ihre Verantwortung, da aus diesen Daten so viele Informationen gewonnen werden können. Dieses Spannungsfeld kann Technologie nicht lösen; hier braucht es Eigenverantwortung und sinnvolle Richtlinien.

Unternehmen brauchen zunehmend Rechtsberatung, wie ihr Handeln in Zeiten der Digitalisierung aussehen kann.

Nicht alles, was legal und möglich ist, ist legitim. Und mehr noch: lange noch nicht in allen Bereichen gibt es rechtliche Vorschriften oder Guidelines. Die immer schneller vorpreschenden Möglichkeiten der Digitalisierung überholen sich zuweilen selbst. Das ist einer der Gründe, warum sich Juristen mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. 

Denken wir beispielsweise an HR Bots, die helfen sollen, Personalentscheidungen schneller oder fundierter oder sogar neutraler zu treffen. Neutraler und fairer als ein Mensch. Aktuelle Studien zeigen jedoch, das Gegenteil ist der Fall. Die KI der Bots wird von Menschen gefüttert. Und Aspekte dieser Fütterung, die Menschen diskriminieren, werden von Bots hochskaliert. Wie rechtssicher oder ethisch kann der Einsatz dieser Bots sein? Hierzu besteht schon heute enormer Beratungsbedarf. Verantwortungsbewusste Innovationsberatung ist gefragt

Oder denken wir an Corona. Stärker als zuvor stellte sich während der Pandemie die Frage: Was kann Digitalisierung Positives für die Gesundheit tun? Wie können Daten so eingesetzt und genutzt werden, dass das Recht des Einzelnen gewahrt und die Datenbasis gleichzeitig als Erkenntnis für die Gesellschaft genutzt werden kann? 

Oder gehen wir nur ein paar Schritte in die gesellschaftliche Entwicklung. Wie kann Digitalisierung einen wertvollen Beitrag zu Diversity und Inklusion bieten? Es gibt sie, die positiven Beiträge; beispielsweise die Überwindung von Sprachbarrieren durch automatische Übersetzungsprogramme oder der jederzeitige Zugang zum Recht für alle.

 

Auch das juristische Umfeld an sich ändert sich im Zuge der Digitalisierung.

Im digitalen Wandel des Rechtsmarkts werden verstärkt alternative Legal Service Provider geboren, die mit neuen Geschäftsmodellen klassische Kanzleiangebote unter Druck setzt. Das bringt einen steigenden Wettbewerb mit sich – auch auf internationaler Ebene – und damit eine neue Dynamik. Vieles davon ist gut, wie beispielsweise FlightRight. Andere Anbieter sind tatsächlich unter die Lupe zu nehmen.

„Wir müssen uns überlegen, wie der Rechtsmarkt der Zukunft aussehen soll. Wie wollen wir den Legal-Tech-Markt sehen?“

Es gilt, selbst abzuschätzen und Regularien zu definieren, wie man mit digitalem Business umgeht und wie man es schafft, die Möglichkeiten der Digitalisierung ethisch korrekt zu nutzen. Denn das Spannungsfeld Legal Tech kann für den Rechtsmarkt beides sein; Fluch und Segen.

Technologien wie Legal Chat-Bots, Law Bots, Künstliche Intelligenz als Richter etc. können nicht halten, was sie versprechen, wenn sie ohne Regularien Einsatz finden. Eine rein algorithmische Entscheidungsfindung kann hoch problematisch sein; denken wir wieder an das Beispiel der Diskriminierung bei Bots etc.

Das Thema CDR wird also weiter an Fahrt und Relevanz gewinnen; es lebt von vielen Perspektiven und Eindrücken.

„Werden Sie Teil unserer Community“

Das Liquid Legal Institute entwickelt im Rahmen seines Projekts „CDR for the Legal Sector“ ein CDR Framework, das speziell die Anforderungen der Rechtsbranche fokussiert. Hier geht es nicht um Slogans, sondern um ganz konkrete Ausarbeitungen in den drei Teilbereichen:

  • Framework, als gemeinsamer Nenner
  • Insights, also Praxisfälle, Benchmarks, erste Schritte zu verantwortungsvoller Digitalisierung
  • Community, für den gemeinsamen Austausch und das Weiterentwickeln

Was brauchen wir jetzt? Was in 5 Jahren, in 10 Jahren etc.? Gemeinsam wird genau das diskutiert und so bearbeitet, dass eigenverantwortlich umsetzbare konkrete Ideen und Umsetzungen angeboten werden können. Insbesondere für die Bereiche, wo es noch keine Gesetzgebung gibt. Dafür wird auch mit anderen Stakeholdern gesprochen, sodass mehrere Sichtweisen zusammengebracht werden können. Ziel des Projekts ist es, maximale Hilfestellung leisten zu können bei allen Fragen rund um CDR.

Das sagt Florian Reh, Rechtsanwalt und Produktmanager bei STP, zur Software-Seite von CDR:

„CDR ist ein spürbar wichtiges Thema und kommt immer mehr auf unsere Kunden zu. Es gibt zahlreiche technische Anforderungen an uns als Legal Tech Unternehmen. So vieles ist schon möglich, gerade im Bereich KI. Doch man muss aufpassen, dass man die Technik nicht davon galoppieren lässt. Ein vorsichtiges Vorgehen, ohne den Anschluss zu verlieren, beschreibt den Spagat, da mit Nachjustierungen immer zurechnen ist (DSGVO etc.)“.

Konkret setzen wir in der STP aktuell das kollaborative Arbeiten mit Dokumenten, das Anpassen an digitale Prozesse etc. um. Oder auch Digitalisierung im Zusammenhang mit Compliance; wie der Abgleich von Sanktionslisten. Konfliktcheck etc. CDR spielt bei all dem allein schon bei der Datenintegrität eine große Rolle.

Alle Inhalte im Detail, inkl. Präsentationsfolien und der anschließenden Diskussion der Teilnehmer finden Sie in der Aufzeichnung des DIGITALKS. Klicken Sie einfach auf die Schaltfläche am Ende dieses Blogposts.

Wir danken allen Teilnehmern, Referenten und Gestaltern des DIGITALKs für eine weitere, sehr erfolgreiche Ausgabe dieses Formats. Unser Dank gilt insbesondere Prof. Dr. Thomas Wegerich, Herausgeber des Deutschen AnwaltSpiegels, der auch diesen DIGITALK wieder perfekt begleitet und moderiert hat.

 

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