Erfolgreich eine Kanzlei gründen – so funktioniert es

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Jurastudium und Referendariat sind geschafft – jetzt beginnt das Berufsleben. Ein Großteil der Absolventen starten ihre Karriere als Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin zunächst als Angestellte in einer etablierten Kanzlei. Während viele der Anwälte erst im Lauf ihrer Karriere vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit wechseln, macht sich jedoch knapp ein Viertel sofort mit einer eigenen Kanzlei selbstständig. Worauf müssen Berufseinsteiger bei der Kanzleigründung achten? Hier gibt es Tipps für erfolgreiche Start-ups.

Die formalen Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen, um als Rechtsanwalt tätig zu werden? Als allererstes muss der Antrag auf die Zulassung zur Anwaltschaft eingereicht werden. Dazu gehören:

  • ein Lebenslauf,
  • ein ausgefüllter Fragebogen der Rechtsanwaltskammer (unter anderem die Angabe, wo die Kanzlei eingerichtet werden soll),
    eine beglaubigte Kopie des Großen Juristischen Staatsexamens,
  • der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung (bzw. eine vorläufige Zusage der Versicherung),
  • die Überweisung der Zulassungsgebühr.

Wenn alle Unterlagen eingereicht sind und der Zulassung zur Anwaltschaft keine Gründe entgegenstehen, setzt die Rechtsanwaltskammer einen Termin für die Vereidigung an. Nach der Vereidigung ist der Anwalt oder die Anwältin Mitglied der Rechtsanwaltskammer und kann sofort Aufträge von Mandanten übernehmen.

Die Kosten der Kanzleigründung

Eine Kanzleigründung ist mit verschiedenen Kosten verbunden. Am Anfang stehen für alle neuen Anwälte die Kosten für die Zulassung und die erstmalige Zahlung der Gebühr für die Kammermitgliedschaft. Auch die verbindliche Berufshaftpflicht kostet Geld. Dazu kommen Beiträge für das Versorgungswerk der jeweiligen regionalen Rechtsanwaltskammer. Von der grundsätzlichen Versicherungspflicht im Versorgungswerk bestehen jedoch Ausnahmen. 
 
Freiwillige, aber sinnvolle Versicherungen für Rechtsanwälte sind zum Beispiel 
  • Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
  • private Arbeitslosenversicherung,
  • eine Bürohaftpflichtversicherung,
  • eine zusätzliche private Haftpflichtversicherung.
Weiterhin fallen bei einer Kanzleigründung regelmäßige Ausgaben für die Miete eines Büros an. Hinzu kommen die Kosten für die Erstausstattung mit dem entsprechenden Mobiliar und der notwendigen Technik des Büros. Um laufende Ausgaben zu reduzieren, liegt eine Möglichkeit darin, mit der Kanzlei zunächst in den eigenen vier Wänden zu starten. Das senkt die Kosten für eine Kanzleigründung erheblich. 
 
Beschäftigt man als Rechtsanwalt Angestellte, sind zusätzlich monatliche Personalkosten bei der Budgetplanung zu berücksichtigen. Da die Zahl der Mandanten in der ersten Zeit in der Regel oft überschaubar ist, beginnen viele Rechtsanwälte ihre Selbstständigkeit als Ein-Personen-Unternehmen – eine leistungsfähige Kanzleisoftware erleichtert dabei den Start. 

Rechtsformen

Welche Rechtsformen kommen für eine Anwaltskanzlei in Frage? Der Klassiker ist die eigene Kanzlei, in der man als „Einzelkämpfer“ tätig ist. Zahlreiche Anwälte entscheiden sich jedoch auch für eine Zusammenarbeit mit Fachkolleginnen und Fachkollegen. Für diese Art der Kanzleigründung stehen rechtliche mehrere Alternativen zur Auswahl: 

  • Sozietät als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
  • Kapitalgesellschaft als GmbH oder AG

Die Entscheidung für eine bestimmte Rechtsform hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach gewähltem Modell gibt es hauptsächlich Unterschiede bei der steuerlichen Erfassung und bei Haftungsfragen. 

Hilfen für den Start in die Selbstständigkeit

Will man eine Kanzlei gründen, können Anwälte diverse finanzielle Starthilfen in Anspruch nehmen. Einige Beispiele dieser Förderungen sind:
  • Staatlich geförderte Gründerkredite der KfW
  • Verschiedene Förderprogramme des BMWi
  • Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit für diejenigen Anwälte, die mit der Kanzleigründung ihre Arbeitslosigkeit beenden
  • Einstiegsgeld für Bezieher von Arbeitslosengeld II

Die Agentur für Arbeit, private Finanzierer und Banken verlangen für die Beantragung dieser finanziellen Unterstützung in der Regel einen Businessplan.

Mit dem Businessplan zur Kanzleigründung

Ganz gleich, ob es sich um einen Kredit, ein Förderprogramm oder um Überbrückungsgeld vom Arbeitsamt handelt: Die meisten potenziellen Geldgeber fordern hierfür einen ausgearbeiteten Businessplan. Dieser Plan zeigt das Konzept der Kanzlei auf und geht zum Beispiel auf folgende Punkte ein:

  • Welche Rechtsform wird für die Kanzlei gewählt und warum?
  • Wie soll die Kanzleigründung finanziert werden?
  • Auf welchem Rechtsgebiet sollen Mandanten gewonnen werden?
  • Wie sieht das Konzept der Kanzlei für das Marketing aus?
  • Welche Ausgaben sind geplant und welche Einnahmen werden erwartet?

Ein Businessplan öffnet nicht nur die Türen für Finanzierungshilfen. Die Arbeit an diesem Plan macht dem jungen Rechtsanwalt auch deutlich, mit welchen Marketing-Konzepten die Chancen für die eigene Kanzlei steigen. Die Arbeit an einem Businessplan führt das Start-up unweigerlich dazu, sich Gedanken über seine thematischen Schwerpunkte, seine Zielgruppe zu machen und eine Antwort auf die Frage zu finden, ob sich für das angedachte Geschäftsmodell auch wirklich genügend Mandanten finden lassen.

Analyse der Marktsituation

Nie gab es in Deutschland mehr Rechtsanwälte als heute. Das erschwert die Existenzgründung für Berufsanfänger. Vor der Gründung sollte deshalb eine ausgiebige Analyse des Marktes stehen – ein zentraler Punkt des Businessplans. Dabei müssen folgende Punkte genaustens betrachtet werden: Was ist die aktuelle Konkurrenzsituation? Wie viele Kanzleien gibt es bereits vor Ort? Für welches Rechtsgebiet besteht eine große Nachfrage der Mandanten oder welches Gebiet besitzt großes Potenzial? Eine ehrliche Analyse dieser Punkte ist essenziell für den Erfolg der eigenen Kanzlei.

Übernahme einer Kanzlei als Alternative

Eine Alternative zur Gründung einer Kanzlei ist die Kanzleiübernahme. Denn auch in der Anwaltschaft zeigen sich heute die ersten Auswirkungen der demografischen Entwicklung: Immer mehr Anwälte gehen in Rente. Somit bietet es sich für junge Anwälte an, eine bestehende Kanzlei zu übernehmen, die bereits über einen Stamm von Mandanten verfügt. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Das Start-up übernimmt die Mandanten und beruflichen Kontakte des Vorgängers.
  • Man profitiert von der bereits bestehenden Reputation der Kanzlei.
  • Man übernimmt ein eingespieltes Personal.

Jedoch gibt es bei einer Übernahme einen gravierenden Nachteil: Der Kaufpreis. Je erfolgreicher eine bestehende Kanzlei ist, desto höher lässt sich der Verkäufer die Übernahme einer bestehenden Kanzlei bezahlen. Für den Einsteiger ist der wahre Wert einer Kanzlei oft schwer einzuschätzen. Dazu kommt das Problem, dass der Name der Kanzlei in den meisten Fällen mit dem bisherigen Inhaber verbunden ist. Die Umbenennung ist daher mit Risiken verbunden. Darüberhinaus gibt es keine Garantie, dass die bisherigen Mandanten bereit sind, zu einem neuen Anwalt zu wechseln.

Die richtige Software für einen erfolgreichen Start

Auch die Arbeit als Rechtsanwalt läuft heute zu einem großen Teil in der digitalen Welt ab. So müssen zum Beispiel seit der Einführung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) alle in Deutschland zugelassenen Anwälte digital erreichbar sein. Aber auch das gesamte Kanzlei- und Prozessmanagement, das Mandats- und Verfahrensmanagement sowie das Datenmanagement sind heute nicht mehr ohne eine entsprechende Kanzleisoftware denkbar.

Kanzleisoftware von STP fokussiert sich auf den unternehmerischen Erfolg einer Kanzlei. Die Software unterstützt die Arbeit in der eigenen Kanzlei durch die Optimierung von Geschäftsprozessen. Der Einsatz von Software in der eigenen Kanzlei spart Personalkosten.

  • Gerade am Anfang lohnen sich Investitionen in effektive Software eher als Ausgaben für eine repräsentative Kanzlei.

Der moderne Anwalt muss heutzutage nicht nur juristische Entscheidungen treffen. Er muss sich ebenfalls mit Marketingfragen beschäftigen und seinen wirtschaftlichen Erfolg auf der Basis von Kennzahlen kontrollieren. Dafür ist speziell auf Anwälte zugeschnittene Software unverzichtbar. So gewinnen junge Anwälte und Anwältinnen gerade am Anfang ihrer Karriere mehr Zeit für ihr Kerngeschäft: Weniger Akten- und Datenmanagement, mehr Zeit für Mandanten.

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